Sparschwein als Symbol für die geplante Frühstartrente und langfristige Altersvorsorge für Kinder

Frühstartrente 2027: Was Eltern jetzt wissen sollten

Stell dir vor, dein Kind bekommt vom Staat jeden Monat zehn Euro für seine spätere Altersvorsorge. Genau das ist die Idee hinter der geplanten Frühstartrente. Wenn alles nach Plan läuft, soll es 2027 losgehen. Aber welche Kinder bekommen die Förderung? Brauchst du dafür ein neues Depot? Und warum kann man sich das Geld nicht einfach zum 18. Geburtstag auszahlen lassen?

Hier erfährst du ohne komplizierte Fachwörter, was bislang geplant ist, worauf du als Elternteil achten solltest und wie die Frühstartrente in eure Familienfinanzen passt. Ohne unrealistische Versprechen – dafür mit Fakten und praktischen Tipps.

Stand: 13. Oktober 2026. Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf am 12. August 2026 beschlossen. Ein endgültig verabschiedetes Frühstartrentengesetz liegt noch nicht vor. Für den 16. Oktober 2026 ist eine Abstimmung im Bundestag vorgesehen. Deshalb können sich Einzelheiten noch ändern.

Das Wichtigste zur Frühstartrente auf einen Blick

  • Der Bund plant, 10 Euro monatlich für jedes anspruchsberechtigte Kind zu zahlen.
  • Starten soll das Ganze 2027. Zunächst sind die Geburtsjahrgänge 2020 und 2021 vorgesehen; der Jahrgang 2020 soll die Förderung rückwirkend für 2026 erhalten.
  • Das Geld soll in einen besonderen, zertifizierten Altersvorsorgedepot-Vertrag auf den Namen deines Kindes fließen. Ein gewöhnliches Kinderdepot reicht dafür nicht automatisch.
  • Eltern oder Großeltern können zusätzlich Geld einzahlen, müssen es aber nicht.
  • Wenn ihr keinen eigenen Vertrag abschließt, ist eine staatliche Auffanglösung vorgesehen.
  • Das geförderte Geld ist für die Altersvorsorge gedacht und soll grundsätzlich erst ab Vollendung des 65. Lebensjahres ausgezahlt werden können.

Frühstart26 – Excel-Kinder-Sparplaner: Mit eigenen Sparraten und der geplanten Förderung rechnen. Unabhängige Planungshilfe, kein staatlicher Vorsorgevertrag.

Was ist die Frühstartrente eigentlich?

Die Frühstartrente soll Kindern ermöglichen, schon früh mit der privaten Altersvorsorge anzufangen. Statt die staatlichen Beiträge auf einem gewöhnlichen Sparkonto anzusparen, soll das Geld langfristig am Kapitalmarkt angelegt werden. Dafür ist ein besonderer Altersvorsorgedepot-Vertrag vorgesehen.

Die Idee dahinter ist einfach: Wer früh anfängt und lange investiert bleibt, hat viel Zeit, um mögliche Erträge wieder anzulegen. So kann auch aus kleinen monatlichen Beträgen im Laufe der Jahrzehnte ein größerer Betrag entstehen. Das ist eine Chance, aber keine Garantie. Wertpapiere und Fonds können auch an Wert verlieren, und ein bestimmter späterer Depotwert steht nicht fest.

Die Frühstartrente ersetzt weder die gesetzliche Rente noch das Kindergeld. Sie ist als zusätzlicher Baustein für die spätere Altersvorsorge gedacht.

Falls du dich bisher wenig mit Fonds und Börse beschäftigt hast, lies unseren Ratgeber Was ist ein ETF? Der verständliche Einstieg für Familien. Dort erklären wir, wie Fonds funktionieren, was breite Streuung bedeutet und welche Risiken dazugehören.

Wann geht es los – und für welche Kinder?

Nach dem Regierungsentwurf soll das Gesetz am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Die ersten Förderzahlungen sind für 2027 vorgesehen. Für Kinder des Geburtsjahrgangs 2020 sollen die Beiträge für das Jahr 2026 rückwirkend gewährt werden.

Der Start ist schrittweise geplant:

Geburtsjahrgang 2020: Diese Kinder werden 2026 sechs Jahre alt. Für sie ist eine rückwirkende Förderung für 2026 vorgesehen.

Geburtsjahrgang 2021: Er soll 2027 einbezogen werden, also in dem Jahr, in dem die Kinder sechs Jahre alt werden.

Geburtsjahrgang 2022 und jünger: Ab 2028 soll jedes Jahr der Jahrgang hinzukommen, der im betreffenden Kalenderjahr seinen sechsten Geburtstag feiert.

Ältere Kinder: Für Kinder, die vor 2020 geboren wurden, ist nach dem bisherigen Gesetzentwurf keine staatliche Frühstartrentenförderung vorgesehen. Andere Formen des Sparens oder Investierens für diese Kinder bleiben natürlich möglich.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass das Kind seinen ersten Wohnsitz in Deutschland hat. Die staatliche Förderung soll unabhängig vom Einkommen der Eltern sein und grundsätzlich vom vollendeten sechsten bis zum vollendeten 18. Lebensjahr laufen.

Ist dein Kind beispielsweise 2019 geboren, solltest du nach dem aktuellen Entwurf nicht mit den monatlichen zehn Euro rechnen. Für eigene Sparziele gibt es dennoch andere Möglichkeiten.

Muss ich dafür ein neues Depot eröffnen?

Eltern sollen für ihr Kind bei einem geeigneten Anbieter einen zertifizierten Standarddepot-Vertrag Altersvorsorge eröffnen können. Der Vertrag muss die gesetzlichen Anforderungen erfüllen und auf den Namen des Kindes laufen.

Das ist etwas anderes als ein normales Kinder- oder Juniordepot. Ein bestehender ETF-Sparplan für Kinder wird also nicht automatisch zu einem geförderten Frühstartrentenvertrag. Warte deshalb die endgültigen Regeln und die Angebote der Anbieter ab, bevor du einen Vertrag allein wegen der Förderung abschließt.

Ist ein passender Vertrag abgeschlossen, soll der Anbieter die staatlichen Beiträge beantragen. Ein zusätzlicher Förderantrag der Eltern bei einer Behörde ist nach dem derzeitigen Konzept nicht vorgesehen.

Was passiert, wenn ich gar keinen Vertrag abschließe?

Nicht jede Familie kann oder möchte sofort einen Depotanbieter auswählen. Deshalb sieht der Gesetzentwurf eine Auffanglösung vor: Ohne individuellen Frühstartrentenvertrag sollen die staatlichen Beiträge für anspruchsberechtigte Kinder kollektiv am Kapitalmarkt angelegt werden. Die Verwaltung ist bei der Deutschen Bundesbank vorgesehen.

Später soll sich der für das Kind angesparte Anspruch in einen eigenen zertifizierten Altersvorsorgevertrag übertragen lassen. Nach dem derzeitigen Entwurf ist das grundsätzlich bis zur Vollendung des 35. Lebensjahres möglich.

Diese Frist ist wichtig: Wird das Geld aus der kollektiven Anlage bis dahin nicht in einen passenden Vertrag übertragen, soll der Anspruch nach dem derzeitigen Entwurf verfallen. Die Auffanglösung ist also keine dauerhaft unbegrenzt verfügbare Geldanlage.

Münzen in einem Sparglas als Symbol für regelmäßige Beiträge und den langfristigen Vermögensaufbau

Bild: Nick Fewings / Unsplash.

Wie viel Geld zahlt der Staat wirklich ein?

Geplant sind 10 Euro im Monat, also 120 Euro im Jahr. Bei zwölf vollen Förderjahren ergibt das rechnerisch 1.440 Euro staatliche Einzahlungen.

Hinzu kommen mögliche Gewinne oder Verluste aus der Kapitalmarktanlage. Wie sich das Vermögen entwickelt, hängt unter anderem von den tatsächlich erzielten Renditen, den Kosten und der Anlagedauer ab.

Das Bundesfinanzministerium zeigt eine Modellrechnung mit einer angenommenen durchschnittlichen Wertentwicklung von 7 Prozent jährlich. In diesem Beispiel entstehen aus den staatlichen Beiträgen rund 2.200 Euro zum 18. Geburtstag. Bleibt das Geld ohne weitere Einzahlungen bis zum 65. Lebensjahr angelegt, könnten daraus rechnerisch etwa 53.000 Euro werden.

Das ist ausdrücklich kein Versprechen. Die tatsächliche Wertentwicklung kann höher oder niedriger ausfallen. Auch Verluste sind möglich. Die genannten Beträge sind nominal, also ohne Abzug der Inflation, und die spätere Besteuerung der Auszahlung ist noch nicht berücksichtigt.

Entscheidend ist deshalb nicht die große Zahl am Ende, sondern die sehr lange Zeit, in der sich eine Anlage entwickeln kann.

Können Eltern oder Großeltern selbst Geld dazulegen?

Ja, freiwillige zusätzliche Einzahlungen sollen möglich sein. Der Regierungsentwurf sieht dafür eine Obergrenze von 6.840 Euro pro Kalenderjahr vor. Das ist eine rechtliche Höchstgrenze und keine Empfehlung für die Höhe der Sparrate.

Auch kleine eigene Beiträge können langfristig einen Unterschied machen. Trotzdem sollte eine Sparrate zu eurem Alltag passen. Wenn das Haushaltsbudget knapp ist oder der Notgroschen fehlt, wäre es nicht sinnvoll, Geld nur wegen einer optimistischen Beispielrechnung langfristig zu binden.

Beginne lieber mit einem ehrlichen Blick auf eure Zahlen. Unser Beitrag Familien-Monatsbudget: Einkommen und Ausgaben unter Kontrolle zeigt dir, wie du Ausgaben, Rücklagen und freie Beträge Schritt für Schritt sortierst.

Welche Kosten und Risiken solltest du kennen?

Ein Altersvorsorgedepot ist keine Anlage mit garantierter Wertentwicklung. Das solltest du bei der Planung berücksichtigen. Auch wenn der Staat seinen Anteil dazugibt, kann der Wert deines Depots zwischendurch mal sinken. Aktien und Aktienfonds können im Wert schwanken. Ein langer Anlagezeitraum kann helfen, vorübergehende Schwankungen besser auszuhalten, garantiert aber weder eine Erholung noch einen Gewinn.

Bei den geplanten, staatlich geförderten Standarddepot-Verträgen soll es einen Effektivkostendeckel von einem Prozent geben. Bis zur Volljährigkeit deines Kindes sollen außerdem keine Abschluss- und Vertriebskosten anfallen. Das heißt allerdings nicht, dass der Vertrag vollständig kostenlos ist. Alle Kosten müssen klar und verständlich aufgeführt werden, damit du sie später auch vergleichen kannst.

Schau dir deshalb, sobald konkrete Angebote vorliegen, nicht nur die beworbenen Renditebeispiele an. Viel wichtiger sind die tatsächliche Geldanlage, wie gut sie gestreut ist, die genauen Vertragsbedingungen und natürlich die gesamten laufenden Kosten. Falls du Aktien, Kurse und Depots erst kennenlernen möchtest, findest du hier die Grundlagen: Wie funktioniert die Börse? Aktien, Kurse und Depots einfach erklärt.

Kann mein Kind die Frühstartrente mit 18 Jahren auszahlen lassen?

Grundsätzlich nein. Nach dem derzeitigen Entwurf ist eine Auszahlung des geförderten Vermögens zum 18. Geburtstag nicht vorgesehen. Das Geld aus der staatlich geförderten Frühstartrente soll wirklich für die spätere Altersvorsorge gedacht sein. Eine Auszahlung dieses Kapitals und der daraus entstehenden Gewinne ist grundsätzlich erst ab dem 65. Geburtstag deines Kindes vorgesehen.

Das ist auch der größte Unterschied zu Geld, das du zum Beispiel für den Führerschein, eine Ausbildung, das Studium oder die erste Wohnung deines Kindes sparst. Für solche Ziele brauchst du dann eine andere Lösung.

Ab der Volljährigkeit soll ein Übergang in die steuerlich geförderte private Altersvorsorge möglich sein. Laut Entwurf sollen die Erträge bis zum Beginn der Auszahlungsphase steuerfrei bleiben. Wenn das Geld dann ausgezahlt wird, musst du die zu dem Zeitpunkt geltende Besteuerung beachten.

Kurz gesagt: Die Frühstartrente ist für das Rentenalter gedacht, nicht um den Start ins Erwachsenenleben zu finanzieren.

Frühstartrente oder Kinderdepot: Was macht mehr Sinn?

Hier gibt es keine pauschale Antwort, die für jeden passt. Beide Modelle haben unterschiedliche Zwecke.

Frühstartrente: Hier gibt es geplante staatliche Beiträge für Kinder, die die Voraussetzungen erfüllen. Es ist eine langfristige Geldanlage, und das geförderte Vermögen ist grundsätzlich bis zum Rentenalter gebunden.

Normales Kinderdepot: Hier können Eltern Geld für ihr Kind in Wertpapiere anlegen, zum Beispiel über einen ETF-Sparplan. Eine spezielle Frühstartrenten-Förderung gibt es dafür aber nicht automatisch. Wann und wie man über das Geld im Depot verfügen kann, hängt vor allem von den Eigentumsverhältnissen, dem Alter des Kindes und den gesetzlichen Regeln ab. Auch hierbei sind Kursverluste möglich.

Tagesgeld und andere kurzfristig verfügbare Rücklagen: Sie können sinnvoll sein, wenn du Geld in absehbarer Zeit brauchst und Kursschwankungen vermeiden möchtest. Hier spielen dann die Einlagensicherung, die Zinsen und die genauen Bedingungen des Anbieters eine Rolle.

Ein konkretes Beispiel: Ihr wollt für euer Kind Geld für den Führerschein in zehn Jahren zurücklegen. Dieses Ziel passt nicht zur Frühstartrente, deren Vermögen ja grundsätzlich bis 65 gebunden ist. Wenn ihr aber einen zusätzlichen Baustein für das spätere Rentenalter schaffen wollt, dann erfüllt die Frühstartrente genau diesen Zweck.

Bevor du also Geld beiseitelegst, kläre erstmal, wann es gebraucht wird. In unserem Artikel Finanzielle Ziele für Familien planen zeigen wir dir, wie ihr Ziele, Zeiträume und monatliche Sparbeträge gemeinsam festlegen könnt.

Werbung / Affiliate-Link: Wenn du unabhängig von der geplanten staatlichen Frühstartrente Geld für dein Kind in Wertpapieren anlegen möchtest, kannst du dir beispielsweise das comdirect Junior Depot ansehen. Das ist ein normales Kinderdepot und nicht automatisch ein förderfähiger Frühstartrentenvertrag. Prüfe die aktuellen Kosten, Risiken und Regelungen zur Verfügung über das Depot. Bei einem Abschluss über den Link können wir eine Provision erhalten.

Wie passt die Frühstartrente zu mehreren Kindern und zur Altersvorsorge der Eltern?

Wenn du mehrere Kinder hast, merkst du schnell, wie wichtig es ist, die Ziele getrennt voneinander zu betrachten. Für jedes Kind können andere Geburtsjahrgänge, andere Fördermöglichkeiten und unterschiedliche Sparhorizonte gelten.

Dabei solltest du drei Bereiche klar voneinander trennen: die laufende finanzielle Sicherheit deiner Familie, die Wünsche und Startchancen deiner Kinder und deine eigene Altersvorsorge als Eltern. Die staatlichen zehn Euro ersetzen weder euren Notgroschen noch eine ausreichende persönliche Vorsorge.

Gerade wenn du in Elternzeit, Teilzeit oder längeren Familienphasen bist, lohnt es sich, auch die eigenen Rentenansprüche als Eltern im Auge zu behalten. Dafür haben wir den Ratgeber Altersvorsorge als Familie: So verschaffst du dir einen Überblick vorbereitet.

Und falls du eure finanziellen Ziele insgesamt strukturieren möchtest, findest du auf Erste Schritte einen guten Überblick für die ganze Familie.

Was kannst du als Mutter oder Vater jetzt schon tun?

  1. Geburtsjahr checken. Geh nicht automatisch davon aus, dass alle Kinder ab 2027 gefördert werden. Laut Entwurf ist der Start auf die Jahrgänge 2020 und 2021 begrenzt, mit einer schrittweisen Erweiterung später.
  1. Das Gesetzgebungsverfahren abwarten. Ein Regierungsentwurf ist noch kein geltendes Gesetz. Bevor du einen Vertrag abschließt, schau genau, welche Regeln dann wirklich gelten.
  1. Sparziele trennen. Leg fest, welches Geld für Ausbildung und Wünsche vor dem Rentenalter gebraucht wird und welcher Betrag langfristig gebunden bleiben kann.
  1. Konditionen vergleichen, sobald es passende Verträge gibt. Zertifizierung, Auswahl der Anlageprodukte, Kosten und Bedingungen sind wichtiger als nur plakative Versprechen von hohen Gewinnen.
  1. Das Familienbudget realistisch betrachten. Zusätzliche private Einzahlungen sind freiwillig. Sie sollen eure Finanzen ergänzen, nicht unnötig belasten.
  1. Unterlagen und Entscheidungen dokumentieren. Falls ihr später einen Vertrag abschließt, gehören Vertragsdaten, Kosteninformationen und Ansprechpartner in eure Finanzübersicht.

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Häufige Fragen zur Frühstartrente 2027

Bekommen Kinder ab 2027 automatisch zehn Euro?

Nicht alle. Für 2027 sieht der Gesetzentwurf die Geburtsjahrgänge 2020 und 2021 vor; für 2020 ist zusätzlich eine rückwirkende Förderung für 2026 geplant. Danach sollen jährlich weitere Sechsjährigen-Jahrgänge dazukommen. Ob und wie die endgültige Regelung umgesetzt wird, entscheidet das laufende Gesetzgebungsverfahren.

Müssen wir als Eltern selbst zehn Euro einzahlen?

Nein. Die staatliche Förderung soll ohne eine verpflichtende eigene Einzahlung möglich sein. Freiwillige Zuzahlungen sind aber vorgesehen.

Ist ein normales Juniordepot automatisch förderfähig?

Nein. Für die staatliche Frühstartrente ist laut Entwurf ein spezieller, zertifizierter Altersvorsorgedepot-Vertrag nötig. Ein gewöhnliches Kinderdepot kann zwar andere Ziele erfüllen, ersetzt diesen Vertrag aber nicht automatisch.

Was passiert, wenn wir keinen Vertrag auswählen?

Nach dem Gesetzentwurf werden die staatlichen Beiträge für anspruchsberechtigte Kinder kollektiv angelegt. Eine spätere Übertragung in einen passenden individuellen Altersvorsorgevertrag soll grundsätzlich bis zum vollendeten 35. Lebensjahr möglich sein; danach soll der Anspruch aus der kollektiven Anlage verfallen.

Kann das Geld für Studium oder Führerschein verwendet werden?

Das geförderte Frühstartrentenvermögen grundsätzlich nicht: Es soll bis zum Rentenalter gebunden bleiben. Für Wünsche, die früher anfallen, brauchst du einen separaten Sparplan.

Sind die möglichen 53.000 Euro garantiert?

Nein. Diese Zahl kommt von einer Modellrechnung des Bundesfinanzministeriums, die von einer angenommenen jährlichen Wertentwicklung von sieben Prozent ausgeht. Schwankungen, Inflation und spätere Steuern können das Ergebnis aber deutlich verändern.

Was ist mit älteren Kindern, zum Beispiel Jahrgang 2018?

Für diese Jahrgänge ist nach dem bisherigen Entwurf keine staatliche Frühstartrentenförderung vorgesehen. Eltern können aber natürlich trotzdem unabhängig davon Geld für ihre Kinder anlegen.

Fazit: Die Förderung prüfen und die gesamte Familie im Blick behalten

Die Frühstartrente könnte für anspruchsberechtigte Kinder ein zusätzlicher Baustein für die spätere Altersvorsorge werden. Zehn Euro im Monat lösen zwar nicht alle finanziellen Fragen einer Familie, aber sie können früh einen guten Anfang machen.

Drei Dinge sind dabei entscheidend: Die gesetzlichen Regeln müssen feststehen, ein passender Vertrag muss wirklich zugelassen sein und die Geldanlage muss zum langfristigen Ziel passen.

Gleichzeitig solltest du für die Zukunft deiner Kinder auch an andere Ziele denken: einen ausreichenden Notgroschen, die Ausbildung, die erste eigene Wohnung und eure eigene Altersvorsorge als Eltern. Wer dafür unterschiedliche Töpfe plant, behält viel leichter den Überblick.

Dein nächster Schritt: Checke zuerst das Geburtsjahr deines Kindes und bringe danach eure finanziellen Ziele in Ordnung. Starte dafür am besten mit unseren sieben Schritten für Familienfinanzen. Wenn du dabei persönliche Unterstützung beim Ordnen von Budget, Rücklagen und Vorsorge möchtest, kannst du dich über den Familien-Finanzcheck im Coaching informieren. Das Coaching hilft dir, eure Situation zu strukturieren; es ist aber keine individuelle Empfehlung für einen bestimmten Frühstartrentenvertrag.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung. Stand der Informationen: 13. Oktober 2026.

Offizielle Quellen und weiterführende Informationen